Andreas:

Schwups ist ein Jahr rum und die n├Ąchste Vereinsfahrt stand vor der T├╝r. Als erstes geb├╝hrt I(c)ke die Anerkennung und der Dank f├╝r die reibungslose Organisation. F├╝r mich als Teilnehmer galt es den Anteil an Unkosten zu ├╝berweisen, den Muttizettel (oder auch Ablaufplan) auszudrucken und schon konnte es ans Kofferpacken gehen. Sehr unkompliziertÔÇŽf├╝r mich.

Meine Vorfreude auf die Fahrt war gro├č. Es sind, trotz aller Anstrengungen und sicher auch physischen und psychischen Belastungen, die Tage des Jahres, wo wir als Sportfreunde ab von ausschlie├člich Tischtennis, Zeit f├╝r einander und miteinander haben. Immer wieder einmal gesellen sich Teilnehmer hinzu, die ich noch nicht so lange und deshalb auch noch nicht so gut kenne. Bei anderen bin ich nicht so ganz sicher ob wir nicht schon mehrere Leben gemeinsam durchschritten haben. Auch diese Vielfalt macht einen Reise-Reiz aus.

Martin:

Ihr kennt doch bestimmt diese Spr├╝che: ÔÇ×Frauen und Kinder zuerstÔÇť, ÔÇ×der Dicke muss ins TorÔÇť und ÔÇ×der Neue schreibt die BerichteÔÇť. Ja, nat├╝rlich ist doch alles jetzt gekl├Ąrt. An der Stelle wurde festgelegt, dass ich die Ehre habe, euch einen kleinen Einblick in unsere diesj├Ąhrige Vereinsfahrt zugeben. Aber eigentlich wurde am Fr├╝hst├╝ckstisch nur gesagt: ÔÇ×Martin, du hast dich doch jetzt beim letzten Bericht ausgelebt, also kannst du den schreiben.ÔÇť Ich habe nur v├Âllig m├╝de und noch nicht v├Âllig auf der H├Âhe genickt und damit stand es also fest. Trotzdem danke an Andreas, der schon so flei├čig vorgelegt hat. Somit werde ich nicht alles neu erz├Ąhlen sondern nur ein Kommentar dazu niederschreiben. Eins m├Âchte ich euch sagen: Ich kann leider nicht 100%tig alles so wiederspiegeln, wie es wirklich war, ich kann nur versuchen euch mitzurei├čen und euch m├Âglicherweise davon zu ├╝berzeugen, n├Ąchstes Jahr einfach mitzufahren. Tja ich bin sozusagen ein Neuling in Sachen Vereinsfahrt. Aus diesem Grund habe ich mich auch riesig auf die Fahrt gefreut noch dazu, weil ich die meisten schon eine halbe Ewigkeit kenne. Ich konnte leider letztes Jahr nicht mitkommen, deswegen hatte ich f├╝r die Fahrt quasi sofort das Geld ├╝berwiesen und auch den ÔÇ×MuttizettelÔÇť ausgedruckt. Danke an Schnucky f├╝r die Organisation!

Andreas:

Zum Reiseziel nach Gotha ging es erneut mit dem Flexibus. Start aus Berlin. Die Reisevariante kannten wir aus dem vergangen Jahr und es wurde bewusst der Bus gew├Ąhlt um Kosten gering zu halten. Da sich der Busfahrer nicht vorstellte kann ich nicht ├╝ber ihn nichts weiter sagen, au├čer vielleicht das er offensichtlich schlechte Laune hatte.
Dass es anderes gehen kann, erlebten wir dann auf der R├╝ckreise. Josie nutze die Zeit, um an Ihrer Masterarbeit zu schreiben. Meine Anerkennung schon jetzt. In dem Umfeld w├Ąre mir das schwer gefallen. Ich dr├╝ck Ihr die Daumen, dass sie es gut hinbekommt.

Martin:

Zur Busfahrt kann ich noch eins hinzuf├╝gen. Daniel hatte mich schon vor der Fahrt beim Punktspiel gefragt, ob wir uns nicht ein Zimmer teilen w├╝rden. Also sa├čen wir auch zuf├Ąlligerweise im Bus zusammen. Ich hatte mir selbstgemachte Zaubergetr├Ąnke eingepackt und auch Daniel hatte mit f├╝r das leibliche Wohl gesorgt. Gef├╝hlt ging die Fahrt wirklich sehr schnell vorbei, doch an einen Satz kann ich mich noch genau erinnern: ÔÇ×Das ist kein Partybus hier!ÔÇť Ich glaube es lag an meiner lauten und zarten Stimme, doch weiter ist nichts passiert. In Gotha angekommen freuten wir uns alle schon auf die bevorstehende Zeit.

Andreas:

Ich bin erkl├Ąrter Fan von Martin. Ein Typ der so viel gute Laune auf andere ├╝bertragen kann ist eine Bereicherung.
Angekommen in Gotha machte Martin allerdings den ersten Fehler der Fahrt.
Regel 1: Immer bei den gro├čen Onkels bleiben, sonst musst Du laufen, schnell und weitÔÇŽund wenn es doof l├Ąuft, kommt klettern dazu.
Lukas machte es besser und blieb an Daniels und meiner Seite. Ralf, als erfahrener lebensgereifter Mitfahrer, komplettierte unser 4 k├Âpfiges Team f├╝r den Weg zum Hotel.
Die anderen Reisgef├Ąhrten hatten, nachdem erkannt wurde, dass die eingeschlagene Zielrichtung falsch war, die grandiose Idee der direkten Verbindung und damit Abk├╝rzung. Nun ja in fremder Stadt und ohne Karte hilft Google Maps auch nur bedingt gut. Team A k├╝rzte also durch den Stadtpark ab und an der ersten Steigung von ca. 30% konnten wir diese Laufgruppe beobachten. Auf halber H├Âhe des Berges viel Martin ab und einem Ger├╝cht zu Folge war die Luft oben so d├╝nn, dass es einer Pause bedurfte.
Team B (also wir) gingen recht gem├╝tlich an der Hauptstra├če entlang, besichtigten Schloss um Schloss und die Prachtbauten Gothas. Auch durch den Park, erste Parkbank und Pause. Die anderen hatten in der Zeit eine abgesperrte Br├╝cke erreicht. Das hielt das Team nicht davon ab, dieses Hindernis in der Manier einer Eskaladierwand zu ├╝berwinden. Zumindest ist niemand in den Bach gefallen. So weit ging wohl auch das gut.
Unser Team hatte es nicht wirklich eilig und wir erfreuten uns an der Gegend, der Natur und mitgebrachten Naturalien.

Mit der knappen Versp├Ątung von 2h erreichten auch wir das Ziel und bezogen unsere Zimmer. Im Schlussspurt ging es zum sehr weit entfernten vorbestellten griechischem Restaurant. Leider kann man auf 20 Meter Entfernung einfach fast keine Zeit wieder rauslaufen. Wohlwollend k├Ânnte man sagen, wir haben alles gegeben um p├╝nktlich zu sein.
Essen lecker und Bedienung freundlich und sehr tolerant.

Die Lage unseres Hotels erm├Âglichte es uns, noch kleine Zuk├Ąufe zur Sicherstellung der vorn├Ąchtlichen Versorgung abzuwickeln. Ein REWE Markt der bis 24Uhr offen ist, faszinierte Daniel tief.
Wir haben diesen Markt f├╝r dieses Angebot direkt mit dem Einkauf verschiedenster Produkte gedankt. Um dieses recht markwirtschaftliche Ansinnen nicht zu untergraben, reifte der Plan des direkten Konsums. Zimmer 13
Ich ging gegen 3 Uhr auf mein Zimmer 6.

Martin: 

Irgendwie habe ich diesen Fehler viel zu Oft gemacht. Au├čerdem ist das ├╝berhaupt nichts f├╝r mich. Ich liebe das flache Land, alles was irgendwie h├╝gelig oder bergig ist, ist nichts f├╝r mich. Ich habe im ├ťbrigen keine Ahnung warum sich die Gruppe teilte. Irgendwie mussten wir doch zum Hotel gelangen, ansonsten hat das Andreas alles sehr sch├Ân beschrieben. Ich glaube Bully kam auf die wunderbare Idee durch den Park zu laufen. Ich also erstmal den ver******* Berg hoch mit meiner riesigen Tasche, die nur zu h├Ąlfte bef├╝llt war. Ich glaube die Anwohner h├Ârten vom weiten im Wald immer nur ein kleines ÔÇ×HASS!ÔÇť fl├╝stern, doch leider war das nicht genug. Als der elendig lange Waldweg endlich zu Ende war, wusste trotzdem keiner so richtig wo es lang geht. Klar ich meine, hat man die Wahl zwischen einer abgesperrten rostigen Br├╝cke und einem rei├čenden Wasserstrom darunter oder einem etwas l├Ąngeren Stadtweg, w├╝rde ich mich immer f├╝r die Gefahr entscheiden. Ich habe keine Ahnung was mich dazu getrieben hat, aber ein schnell ausgef├╝hrter Hock-Streck-Sprung und schon hatte ich das Hindernis ├╝berw├Ąltigt. Doch leider waren jetzt nun durch den langen Marsch und dem beachtlichen hohen Sprung meine Kraftreserven verbraucht und ich war so froh, als wir das kleine, aber sehr ansehnliche Hotel erreichten. Am Abend ging es dann noch zum Griechen, der wirklich toll war. Wir haben alle sehr gelacht und lie├čen uns das Essen schmecken. Wir lie├čen den Abend gem├╝tlich ausklingen und gingen recht sp├Ąt ins Bett.

Andreas:

Tag eins begannen wir mit einem ausf├╝hrlichen Fr├╝hst├╝ck in netter Runde.
Schon in Potsdam und auf der Fahrt hatte ich den mitgereisten Vorstandsmitgliedern erl├Ąutert, dass wir Gespr├Ąchsbedarf zum Thema Abschlussfahrt f├╝r die Kids, Sommerfest und unserem Projekt Integration durch Sport haben.
Kurzerhand trafen sich alle in Zimmer 12.
In ca. 2h planten und besprachen wir die Themen. Jeder brachte sich ein. Mir hat es Spa├č gemacht mit dem Team Ideen auszuleuchten, weiterzuentwickeln und neue Aspekte hinzuzuf├╝gen. Josie versucht Kontakt zu einem Fotoclub herzustellen, Daniel versucht uns f├╝r Themen der Inklusion zu sensibilisieren und neue Kontakte aufzubauen, Henry wird unsere Kinder und Jugendarbeit st├Ąrken, Martin ├╝bernimmt die Organisation unseres Versorgungsstandes zum Schl├Âsserlauf, Bully arbeitet an einer m├Âglichen weiteren Kooperation mit einem Kindergarten…um nur einiges wiederzugeben. Vielleicht finden wir eine Form, in der wir f├╝r uns auch k├╝nftig eine gr├Â├čere Beteiligung bei der Abarbeitung der Themenbl├Âcke f├Ârdern.
WIR miteinander ÔÇô sind Einheit!

Martin:

Daniel und ich hatten zusammen uns auf einen ordentlichen Zeitplan geeinigt. Das Motto war ganz klar: Alles sollte ein wenig entspannter sein. Das bedeutet wir hatten das Ziel, ┬ájeden Morgen gegen 9:00 Uhr beim Fr├╝hst├╝ck zu sein. F├╝r mich, der jeden Tag um 5:00 Uhr normalerweise aufsteht, ist das so etwas wie ausschlafen. Wir fuhren gem├╝tlich mit dem Fahrstuhl in Richtung Speisesaal. Bully, Ike und Andreas sa├čen schon am Tisch und ich glaube Paula war auch dabei. Jeder trudelte wir er wollte zum Fr├╝hst├╝ck und das war auch gut so. Ehrlich gesagt bin ich am Morgen kein leichter Mitstreiter. Das hei├čt morgens mag ich keine fr├Âhlichen Menschen, keine Fr├Âhlichkeit┬á und keine Menschen. Wer mich anspricht wird ignoriert oder kriegt nen tollen Spruch erwidert, denn keiner sollte mich bei der Nahrungsaufnahme st├Âren. Einige Leute waren wohl schon Stundenlang beim Fr├╝hst├╝ck. Nachdem ich versucht hatte, lediglich jede Kommunikation zu vermeiden, trotteten Daniel und ich wieder nach oben in unser Zimmer. Mhm ja, Zimmer 12ÔÇŽ. Es klopfte an der T├╝re und eigentlich hatte ich geplant meinen Mittagsschlaf auf den ┬áVormittag zu verlegen, doch das wurde von einer nicht geplanten Sitzung zu Nichte gemacht. Wie oben beschrieben, wurden dennoch wichtige Dinge besprochen.

Andreas:

Als n├Ąchster Tagesordnungspunkt war die Besichtigung der Industriebrauerei Oetting angesagt. Da noch Zeit war, konnten wir Anfangs durch die Altstadt schlendern und einige Vorbereitungen des Gothadusfestes erleben. Wie zu erwarten teilte sich die Gruppe wieder in kleinere Interessengemeinschaften. Immer an meiner Seite Daniel, der mein treuer Weggef├Ąhrte bei dieser Fahrt war. Martin schien (aufmerksamer als am Vortag) erkannt zu haben, wie er seine Wege lenken sollte. Er blieb in unserer N├Ąhe. In der N├Ąhe des Rathauses entdeckten wir den sehr einladenden Ratskeller. Dem Ruf der Historie gehorchten statten wir diesem einen kleinen Besuch ab um zu entspannen und die Aura der gro├čen Marktplatzumgebung auf uns wirken zu lassen.


Um nicht wieder die letzten 50 Meter rennen zu m├╝ssen (wir wollten Martin schonen) zogen wir die Bef├Ârderung mit einem Taxi vor.
Das mit den Taxi in Gotha ist eigentlich eine kleine Geschichte f├╝r sich. Selten scheinen die wie in anderen St├Ądten ├Ąu├čerlich erkennbar. Drinnen ist dann zwar der Taxameter, aber mehr Hinweise gibt es eigentlich nicht. Die erste Tour mit Taxi verdanken wir einem sehr freundlichen Kleinbusfahrer. Er hatte uns kurzerhand zu seinem eigentlichen Sch├╝lerfahrgast hinzugesetzt.
P├╝nktlich konnte die Besichtigung starten. Wichtigste Erkenntnis: Industriebrauerei ist um einiges anders als Braukellerei.
Bei der Abschlie├čenden Blindverkostung hatten alle Spa├č und so verbrachten wir hier noch einige Zeit und durften uns aus dem reichen Sortiment probieren.
Anschlie├čend ging es zum mittelalterlichen Gothardusfest. Dies war anf├Ąnglich f├╝r mich pers├Ânlich etwas z├Ąh. Auf der gro├čen B├╝hne versuchte eine Blaskapelle ihr bestes, und die ersten St├Ąnde die wir erreichten waren nicht wirklich mittelalterlich gepr├Ągt. Beides relativierte sich im Laufe der Zeit.

Die Innenstadt von Gotha ist erstaunlich. Es gibt einige Blickf├Ąnge die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Gotha kann dem Reisenden einiges an Historischen bieten.

Ich erlebte das Fest auf drei Marktpl├Ątzen. Keine langen Laufwege aber immer ein wenig anderes im Angebot. Markant in meiner Erinnerung: gro├čer Markt -> Hauptmarkt, gro├če B├╝hne, kleiner Markt -> kleine B├╝hne, Ficken-Stand (Sorry, h├Ątte ich als Name so nicht gew├Ąhlt, aber bei der Wahrheit muss es eben bleiben!) ganz kleiner Markt -> mittelalterlich und f├╝r mich der einzige der dem Fest diesen Hauch gab. Hier erlebten wir am Abend Feuerspucker, Geschichtenerz├Ąhler und Musik des Mittelalters.
Kein Mensch kann durchgehend nur stehen also MUSSTEN wir zwangsl├Ąufig in dem angrenzten Pub Asyl suchen. I(c)ke wollte noch zum Karaoke ├╝berreden, aber darauf lie├čen sich die Wirte nicht ein.

Vom friedlichen Minegesang beseelt trat ein Teil der Gruppe kurz nach Einbruch der Dunkelheit gegen 1:30 Uhr den R├╝ckweg an.
Der andere Teil der Gruppe wollte die M├Âglichkeit nutzen, weiteren Kulterschaffenden in anderen Lokalit├Ąten zu lauschen.
Dies muss recht anstrengend gewesen sein, den als ich wach wurde lang Lukas zwar neben mir, aber er hatte so viel Kraft lassen m├╝ssen, dass er vollbekleidet (Schuhe an, aber die Beine auf dem Boden -ich h├Ątte bei der Schlafposition zum Chirupraktiker gemusst) auf dem Bett lag. Im Stillen vermute ich, der kleine Schelm hatte sich nicht die Z├Ąhne geputzt?!

Martin:

Man sollte es kaum glauben, aber ich hatte dazugelernt. Schlie├člich wollte ich nicht in den Tr├╝mmern einer rostigen Br├╝cke und gef├Ąhrlicher Stromschnellen sterben. Also schloss ich mich Daniel und Andy an. Wir schlenderten wirklich sehr gem├╝tlich durch die Stadt, denn schlie├člich mussten wir unserem Motto gerecht werden. Andreas hielt gef├╝hlt alle 5 Minuten an, um irgendein Geb├Ąude oder eine Statur zu fotografieren. Aber fern ab davon konnten wir es uns nicht nehmen lassen, hier und da uns hinzusetzen, um gen├╝sslich Fanta mit dem zur Tradition gewordenen durchsichtigen Getr├Ąnk einzunehmen. Die Vorbereitungen des Gothardusfests waren voll im Gange und so konnten wir in aller Ruhe mit dem Taxi zur Brauerei fahren. Ich erinnere mich gut daran, dass Daniel und ich ganz hinten im Gro├čraumtaxi sa├čen und der j├╝ngere Fahrgast auf der mittleren Bank. Andreas sa├č vorne und unterhielt sich mit dem Taxifahrer, sie sprachen ├╝ber Gott und die Welt. Zum einen auch ├╝ber den ehemaligen Chef der Brauerei, der viel zu fr├╝h verstorben war und sich viel f├╝r den Basketballsport in Gotha eingesetzt hatte. Der Junge fing an zu erz├Ąhlen, unter anderem ├╝ber die Gegenden von Gotha und dass es nicht mehr lange dauern w├╝rde bis zu seinem zuhause. Angekommen, verabschiedete er sich von uns und es ging weiter in Richtung Brauerei.

Auch wenn wir uns ab und zu in kleine Interessengemeinschaften aufteilten, werdet ihr schon mitbekommen haben, dass es einige Bezugspunkte gab, bei denen wir immer wieder zusammen fanden. Die Oettinger Brauerei war einer davon.

Nach einer wirklich sehr interessanten F├╝hrung, konnten wir auch die Verkostung sehr genie├čen. Wie oben so sch├Ân von Andy schon erz├Ąhlt, ging es danach in die Stadt. Es gab wirklich einige interessante St├Ąnde zu sehen mit vielen Leckereien. Gef├╝hlt hatte Ike nach jedem S├╝├čwarenstand eine neue Zuckerwatte. Sein Angebot, mal von seiner Zuckerwatte zu schlecken, lehnte ich aber dankend ab. Das war mir einfach auch alles viel zu s├╝├č und noch dazu viel zu rosa. Als wir am Abend dann im Pub einkehrten, war wieder die Truppe komplett zusammen. Obwohl super Stimmung aufkam und die Zeit wie im Flug verrinn, wollten einige Leute noch eine ├Ârtliche Tanzlokalit├Ąt aufsuchen. F├╝r mich war aber an der Stelle Schluss. Ich wollte nicht mehr laufen, Hindernisse ├╝berwinden und schon gar nicht mich zur rhythmischen Musik bewegen. Aus vorbei, Klappe zu und Affe tot. Einige zogen noch los, hatten sich aber vorher beim Gastwirt ├╝ber eine Lokalit├Ąt informiert und erlebten interessante Dinge. Ich glaube der Papst spielte auch eine Rolle in der Geschichte. Der Rest machte sich auf den Weg in Richtung Hotel. Ein sch├Âner Tag ging zu Ende!

Andreas:

Fr├╝hst├╝ck wie schon fast gewohnt. Ein paar Teilnehmer sahen etwas ersch├Âpft aus. Vermutlich zu viel Kultur in zu wenig Zeit.
F├╝r diesen Tag war die Kr├Ânung unseres Sch├╝tzenk├Ânigs geplant. Dazu galt es au├čerhalb der Stadt einen Schie├čplatz zu erreichen. Das wichtigste Wort des Vorsatzes ÔÇŽAchtung Martin ÔÇ×au├čerhalbÔÇť!
Nach dem die stra├čenerfahrenen Wandersleute Daniel und ich die Gruppe auf dem k├╝rzesten und ausschlie├člich gepflasterten und zugelassenen Stra├čen in die richtige Richtung gelenkt hatten, entschlossen wir uns diese Leistung, mit der guten alten Tradition des Fr├╝hshoppen zu w├╝rdigen.
Der Hauttross auch Martin zog zu Fu├č aus der Stadt.
Nachdem wir unser sehr k├╝hles Fantaglas geleert hatten, fragten wir die anwesenden Einheimischen wir wohl zu jenem Schie├čplatz gelangen k├Ânnten. Ein sehr breitschultriger und bis in die Haarspitzen t├Ątowierter sehr freundlicher junger Mann lud uns in seinen Keller auf seine pers├Ânliche Schie├čbahn. Gesichtsfarbe Daniel = wei├č. Ich = Angst. Dankend lehnten wir, die sicher sehr freundliche Einladung ab und zogen es vor, den Anderen mit einem Taxi zu folgen. Unser neuer Freund versprach uns zu telefonieren und teilte nur 1 min sp├Ąter mit, dass wir in 5 min in einen wei├čen Hyndai steigen k├Ânnen, der uns zu unserem Ziel bringt.
Das alles klappte v├Âllig reibungslos, aber auch beim Schreiben f├Ąllt mir auf, dass dies durchaus der Beginn einer Horrorgeschichte sein k├Ânnte.
Wir waren nat├╝rlich p├╝nktlich am Ziel. Die Sonne schien und man konnte gut auf die Anderen warten. Als diese dann sp├Ąter eintrafen, sahen einige recht mitgenommen aus. Henry hatte St├Ąrkung in verschiedensten Formen dabei. Salzig und S├╝├č.
Nur seine extra vorgesehen W├╝rstchenpackung, hatte den vorabendlichen Angriff der Gothaer V├Âgel auf dem Fensterbrett des Hotels nicht unbeschadet ├╝berstanden. Mit leichter Versp├Ątung ging es an die Ermittlung des Schie├čk├Ânigs. Verdienter Sieger und damit Sch├╝tzenk├Ânig wurde Henry. Die St├Ąrkung hat wohl seine Wirkung entfaltet. Mit den 32 Schuss aus unterschiedlichen Waffen erzielte er 143 Punkte. Respekt. Noch mehr Respekt verdient Martin, der ganze 2 Treffer auf der Scheibe hatte. Ein wahrer Pazifist! Vielleicht war er auch einfach von der Rumlatscherei platt.
Auf dem R├╝ckweg waren wir dann bereits 4 Leute im Taxi. Martin hatte die Lernphase f├╝r Regel1 endlich abgeschlossen. IMMER IMMER IMMER in der N├Ąhe der gro├čen Onkels bleiben. Paula vervollst├Ąndigte unsere Fahrgemeinschaft.
Das man auf einer Tour nicht immer alles richtig machen kann, erfuhren wir als wir wieder in Gotha eine Pizzeria einkehrten. Nicht nur das die geraume Wartezeit durch eine unverdaubare Scheibe bei der sich nur ger├╝chteweise um Pizza handeln konnte verbittert wurde, meine abschlie├čende Eisbecherbestellung wurde nach 40 min Wartezeit einfach abgebrochen. Paula hatte lecker Eis.

Nach einiger Zeit trafen wir die anderen auf dem Fest wieder. Tanz und Fr├Âhlichkeit in der N├Ąhe der Haupttrib├╝ne.
Am Abend war als Hauptakt Max Giesinger angek├╝ndigt. Um die Zeit sinnvoll zu ├╝berbr├╝cken erinnerten wir uns an den Pub des Vorabends und wollten diesen erneut besuchen um dem Mittelaltermarkt nah zu sein. Gesagt getan.
Wirklich bl├Âder weise hatte ich wohl im Reisebericht von Stralsund das eine oder andere Wort ├╝ber zu lange Wege und das viele Laufen erw├Ąhnt. Ung├╝nstig ist, dass mein Telefon eine Lauf-App hat. Diese wurde bereits am Vorabend f├╝r diverse Auswertungen ├╝ber mein grunds├Ątzliches Laufverhalten herangezogen. Insgesamt w├╝rde ich res├╝mieren, ich laufe recht wenige Schritte. Die Anderen hatten f├╝r mich unverst├Ąndliche Freude daran mir zu zeigen, dass ich an vielen Tagen nicht mal 500 Schritte mache. Rekord ist 0 Schritte. Ich werde in diesem Jahr an negativen Zahlen arbeiten!
In Stralsund war mein Tagesrekord 25.000 Schritte und in Gotha 12.000 Schritte. Sieg geht an Gotha.
Trotzdem alles zu weit wenn ihr mich fragt.

Henry hatte die wundervolle Idee seinen Sch├╝tzenk├Ânig mit einer Freirunde ÔÇ×KrabbelDieWandNuffÔÇť zu feiern. Immer wenn ich mal eine Warnung brauche, ist keiner da der mal was sagt!
Unsere sonst so fr├Âhlich Runde war nach der Einnahme f├╝r mehrere Minuten totenstill. Vermutlich nimmt man das Getr├Ąnk sonst zum Abbeizen hartn├Ąckigen Lacks von Metallen, wenn es mal besonders schnell gehen muss.
Als ich wieder atmen konnte, waren meine Lippen verbrannt und meine Zunge auf doppeltes Ma├č angeschwollen. Danke Henry, eine wirklich wichtige Erfahrung die ich machen durfte.
Diese Meisterleistung der Getr├Ąnkekunst konnte nun zwar nicht mehr ├╝berboten werden, aber Martin gab mit der Bestellung von einem Knoblauchgetr├Ąnk sein bestes. Bereits bei der Anlieferung versetzte dies in Entz├╝cken. Indikator f├╝r hohe Qualit├Ąt und den besonderen Reifegrad erkennt man auch daran: Bully hat es direkt abgedeckt, abgelehnt und sich verweigert. Schlauer Sportdirektor kann man da sagen. Da auch Ike die Schlussendliche K├Ârperaufnahme verweigerte, hatten Daniel und ich den Vorzug diese Getr├Ąnk in zweifacher Ausfertigung genie├čen zu d├╝rfen. Auch hierf├╝r herzlichen Dank an Alle Beteiligten. (Nebenbei: Mein Montagskaffee hat immer noch den Geschmackshauch dieser ach so lieblichen Knoblauchknolle)
Nach diesem kulinarischen Erlebnis verlegte ich alle meine Bestellungen in eher traditionelle Erlebniswelten zur├╝ck.
Das Ding abgeschossen haben dann Ike, Daniel und Lukas. Ein gar k├Âstliches Getr├Ąnk mit dem zauberhaften Namen ÔÇ×HasenhirnÔÇť sollte das Abenteuer beenden. Allein die Optik versprach einiges. Mein Z├Âgern dauert nur 0,0001 Sekunden bis zur Entscheidung alles richtig gemacht zu haben. Ich war raus.
Lukas hingegen hatte eine ca. 10 min├╝tigen Kampf auszutragen. Die G├╝te des Getr├Ąnks war so gro├č, dass er es einfach nicht schlucken konnte. Wir Anderen nutzen diese Zeit mit weisen Ratschl├Ągen zum Prozess des Herunterschluckens und herzhaftem Gel├Ąchter.
Jeder sch├Âne Abend hat ein Ende. Zumindest f├╝r mich. Andere ziehen weiter und k├Ânnen einfach nicht genug davon bekommen die Fremde zu erkunden.

 

 

Martin:

Ich glaube dieser Tag wird ein einschneidendes Erlebnis f├╝r meine Sch├╝tzenkarriere sein. Ob man hier auch die zahlreichen Au├čenbedingungen f├╝r diese durch aus schlechte Leistung ber├╝cksichtigt hat? Klar fing es wieder an mit dem Fr├╝hst├╝ck. Ich habe wirklich keine Ahnung wie manche Leute das machen. Mit nur ca. zwei Stunden Schlaf schon ab 7:00 Uhr beim Fr├╝hst├╝ck super fit zu sein? Ich auf jeden Fall nicht, obwohl ich durchaus mit 5h Schlaf wesentlich besser dran war. Ich denke hier beginnt schon der erste Einflusspunkt in Sachen zielen. Der zweite Punkt wird wohl der wirklich lange und anstrengende Fu├čmarsch gewesen sein. Mir ist schon klar, dass eine Schie├čanlage nicht mitten in der Stadt ist, aber wie schon oben gelesen im Bereich des M├Âglichen. Ich meine, wer hat denn nicht alles einen eigenen Schie├čstand im Keller?

Wie soll ich es beschreiben? Ich glaube man hat mir die L├Ąnge dieser Strecke sch├Ân geredet. Erst eigentlich ganz gem├╝tlich durch die Stadt, bis man das Ortsausgangsschild sah. Dann liefen wir an der Seite der Landstra├če in Richtung Nirwana. Lukas und ich vielen ein wenig von der Gruppe nach hinten ab. Wir hatten uns vorsichtshalber mit Getr├Ąnken versorgt, doch die wurden nach und nach sehr schnell geleert. Ich musste auch ab und zu eine gepflegte Pause einlegen. In der Zwischenzeit holte Lukas ein weiteres ÔÇ×Fu├čpilzÔÇť an einem Kiosk, der recht verlassen aussah. Es haben nur noch die vorbeifliegenden Heuballen gefehlt. Wir waren im nirgendwo. Immer der Nase nach ging es weiter und wir schlossen wieder zu Gruppe auf, die auf die wundervolle Idee kam, die Stra├čenseite zu wechseln. Sonst sahen wir immer den Tod in der Form eines Autos auf uns zukommen. Wir liefen eine ganze Weile, als wir an der rechten Seite eine Kleingartenkolonie sahen. Wir fragten dort nach dem Weg zum Schie├čstand. Auf einmal bog die Gruppe rechts in einen kleinen Waldweg ein. Jetzt ging es durch die Fauna und Flora auf die Wiesen und Felder weiter. Paula hatte mit ihrem neumodischen Telefonger├Ąt Motivationsmusik angemacht. ÔÇ×Die h├Âre ich immer beim Joggen.ÔÇť Sagt sie zu mir. Eines war hier immer sehr wichtig: der Rhythmus h├Ârte nie auf, so dass man fast immer im gleichen Laufschritt blieb. Ich dachte mir nur innerlich, diese Musik h├Âre ich nur wenn ich zuhause auf dem Sofa sitze und zwischen den Musikkan├Ąlen ÔÇ×s├ĄppeÔÇť. Nun gut, trotzdem spornte mich die Musik zu H├Âchstleistungen an und mein Schrittz├Ąhler auf dem Handy rastete f├Ârmlich aus. Ich lief gef├╝hlte 1,5 Stundenkilometer schneller in Richtung Schie├čanlage. Dort angekommen sa├čen Andreas & Daniel mit leichtem Grinsen gem├╝tlich auf der Bank. Hier wurde mir auf jeden Fall klar, auf der R├╝cktour werde ich auf gar keinen Fall diesen Weg zur├╝cklaufen und wenn ich hier bleiben muss, mir egal. Wir warteten und warteten auf einen netten Kollegen vom Schie├čstand, der uns anscheint erstmal vergessen hatte. Wir entspannten uns ein wenig und dann ging es Bald schon los. Da ich vorher noch nie auf einer Schie├čanlage war bewunderte ich erstmal die Gegend. ├ťberall standen auch Schilder: Achtung! Panzer, denn man hatte auch die M├Âglichkeit mit einem solchen Ger├Ąt zu fahren. Das schie├čen ging doch recht lange, weil der wirklich nette Kollege vom Schie├čstand alleine eine solche gro├če Gruppe bew├Ąltigen musste. Ich nutzte die Zeit um beispielsweise ein kleines Schl├Ąfchen zu halten. Genutzt habe ich daf├╝r einen Stuhl und der Geh├Ârschutz trug auch dazu bei, bis ich schlie├člich an der Reihe war. An der Stelle Respekt an die Gewinner dieses Schie├čwettbewerbs. Ich lag deutlich auf dem letzten Platz. Schuld sind nat├╝rlich die ├Ąu├čerst schlechten Vorbedingungen. Es wurde anschlie├čend ein Taxi bestellt in Richtung Stadt. Der Tag verlief weiter so sch├Ân,┬á wie es Andy geschildert hat. Eines noch dazu! Als wir wieder zusammen im Pub einkehrten wollte ich unbedingt das Gesicht des Kellners sehen bei der Frage von Ike: ÔÇ×Aber heute machen wir doch Karaoke oder?ÔÇť Sehr nettes Lokal und sehr nette Bedienung. Der Abend endete mit dem R├╝ckweg und netten Gespr├Ąchen im Hotel.

Andreas:

Die Zeit nach dem Fr├╝hst├╝ck und bis zur Abfahrt galt es zu ├╝berbr├╝cken. Um auch dem asiatischen Teil unserer Reise eine Einflussm├Âglichkeit einzur├Ąumen, besuchten wir ein ans├Ąssiges Chinarestaurant. Die Idee die davor stehenden L├Âwen zwecks Fotodokumentation zu bereiten mussten wir verwerfen. Die Tiere waren Hohlk├Ârper.
Bei Essen lernte Paula, dass Eisschokolade mit Sahne durchaus in anderen L├Ąndern Schokoladeneis mit Sahne ist. N├Ąchstes Mal will sie sich eine Milch dazu bestellen. Lecker war es trotzdem.

Heimreise wieder mit dem Flexibus. Unser Fahrer Martin war freundlich und schien mir eine Seele von Mensch zu sein. Ich hoffe er kann bald seine F├╝hrerscheinpr├╝fung abschlie├čen. Die Anf├Ąnge sind vielversprechend.
Der Bus war ab dem Haltepunkte Weimar bis auf den letzten Platz besetzt. Die hintere Bankreihe die ich mir mit Bully bis dahin teilen konnte, wurde zus├Ątzlich von einer wortkargen ca. 100 Kilo schweren jungen Amerikanerin erg├Ąnzt. Es kann schwerlich Ihre Schuld gewesen sein, wenn ihr im weit entfernten Deutschland niemand erkl├Ąrt, wie bei uns Duschen funktionieren. Daf├╝r kann sie nichts.
Erstaunlich finde ich wie hoch frequentiert die NOTTOILETTE auf den Busfahrten genutzt wird. Die ca. 80 bis 100 Fahrg├Ąste hatten nach meinem Eindruck kein 2 Minuten Pausen zwischen ihren Besuchen.
Unsere Liebgewonne, wenn auch komplett schweigsame neue Freundin aus den Staaten sollte jedoch auch Ihre Ern├Ąhrung ├╝berdenken. Dinge die den K├Ârper mit solch hoher Geruchsintensit├Ąt verlassen, k├Ânnen auf Dauer nicht gesund sein.
Zur Abrundung des Fahrerlebnisses war die Avus voll gesperrt. Dagegen kann man wenig machen und ich hoffe wirklich sehr, dass es den m├Âglichen Unfallopfern wieder gut geht.
Die Fahr- oder Standzeit wurde genutzt um noch mehr Informationen von den Wegbegleitern mitzunehmen. Ralf, Paula und Bully kennen sich jetzt besser.
Ein Teil der Gruppe hatte uns beim Kurzstopp verlassen. Lukas machte sich auf den Weg zum Baumbl├╝tenfest. Menschen meiner k├Ârperlichen Ausbaustufe w├Ąren dazu nicht in der Lage. Vermutlich ist Lukas schon Mensch 2.0
Nur ganz kurz verlie├č mich der Mut, als nach dem Abfahren von der Autobahn und einem Halt in Wannsee, unser Fahrer Martin fragte ob sich jemand gut in Berlin auskennen w├╝rde?! Irgendwie klappte es aber alles und wir landeten am zentralen Busbahnhof.

Gesund und mit einer Vielfalt neuer Erfahrungen und sch├Ânen Erinnerungen landete ich zu Hause. Neue und alte Freunde, neue Geschichten, neues Wir miteinander
Ich freue mich auf die n├Ąchste Fahrt mit Euch!

Viele Gr├╝├če

 

A.N. & M.B.